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Falschberatung beim Bausparvertrag

Donnerstag, 14. April 2011 von Markus K. Abel

Frau L. wurde im Rahmen einer Finanzberatung zu einem Bausparvertrag mit einer Bausparsumme von 150.000,- € geraten. Wohlgemerkt Sie hatte geäußert, dass Sie nicht bauen oder Wohneigentum erwerben wolle, sondern es ging nur um staatliche Prämienvorteile. Der Vertrag wurde mit 31,- € im Monat VWL bespart. Aufgrund der Höhe des Einkommens von Frau L. hatte Sie keinen Anspruch auf Arbeitnehmersparzulage noch auf Wohnungsbauprämie.

Das ist meines erachtens ein krasser Fall von Falschberatung. Das Ziel staatliche Prämien zu erhalten wurde verfehlt. Nun kann man argumentieren, dass der Vertrag Sinn macht, wenn der Arbeitgeber den Beitrag zahlt. Okay, aber warum ein Bausparvertrag, wenn überhaupt kein Wunsch nach Wohneigentum vorhanden ist? Wie unsinnig der Vertrag ist wird mit einer einfachen Berechnung deutlich. Damit ein Bausparvertrag zuteilungsreif wird, muss der Vertrag in der Regel mit 40 % bespart sein, also im Beispiel mit 60.000,- €. Teilt man nun die 60.000 durch den Sparbetrag von 31,- € dann kommt man auf 1935 Monate. Teilt man diese nun durch 12, so zeigt sich dass der Vertrag nach 161 Jahren überhaupt erst zugeilt werden kann. Ob Frau L. dies noch erleben wird?

Einen Bausparvertrag bei einer reinen Besparung über die VWL würde ich mit einer Summe von 5000,- € maximal 10.000,- € abschließen. Alles andere halte ich für unrealistisch. Warum aber ein Bausparsumme von 150.000,- €. Ganz einfach. Die Abschlussgebühr ist in der Regel 1%. Das heisst 1.500,- € für den Berater für den Abschluss dieses Vertrages. Das ist nicht kundenfreundlich. Das würde ein seriöser Berater niemals tun. Verwunderlich finde ich dass die Bausparkasse diesen Vertrag überhaupt angenommen hat.

Diese Ausführungen stellen keine rechtliche Beratung dar. Eine rechtliche Beratung kann ausschließlich im Einzelfall durch einen Steuerberater oder Rechtsanwalt erfolgen.

Berufsunfähigkeitsversicherung

Mittwoch, 13. Mai 2009 von Markus K. Abel

Der Staat hat die Leistungen für Berufsunfähigkeit bereits vor Jahren aus der Rentenversicherung genommen.
Hier ist dringend eine private Vorsorge angesagt. Doch das scheint sich immer noch nicht überall herumgesprochen zu haben. Es gibt immer noch viele Familienväter, die hier keine Vorsorge getroffen haben.

Wenn Sie tatsächlich einmal berufsunfähig werden und die private Vorsorge in Anpruch nehmen wollen, dann brauchen Sie meist Geduld.

Denn in diesem Fall geht es für die Versicherungen um viel Geld und sie prüfen jeden Einzelfall. Vor allem wird geprüft, ob beim Vertragsabschluss Fehler gemacht wurden und aufgrund dessen der Vertrag gekündigt werden kann.
Dann stehen Sie plötzlich ohne Versicherungsschutz da, just wenn Sie ihn brauchen.
Das Hauptaugenmerk liegt hier vor allem auf nicht genannten Vorerkrankungen.
Sprechen Sie lieber nochmal mit Ihrem Arzt und nehmen Sie sich Zeit, dass sie keine Krankheiten vergessen.

Sollten Sie in diese Lage geraten, dann kämpfen Sie um Ihr Geld. Die Gerichte haben schon öfter im Sinne des Kunden entschieden, denn die Versicherungen haben auch die Pflicht die Policen genauestens bei Abschluss zu prüfen und die Unklarheiten oder fehlende Angaben mit dem Kunden zu klären oder bei einzelnen Ärzten nachzufragen.

Dazu gibt es ein Urteil vom Bundesgerichtshof das schon vor Jahren die Versicherungen in die Pflicht nimmt. Allerdings hat der Kunde die Pflicht klare und ehrliche Angaben zu machen. Die Richtigkeit der Angaben hat die Versicherung nicht zu prüfen.

(Aktenzeichen: IV ZR 201/93, IV ZR 55/91)

 

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